Samstag, 4. August 2007

Das Märchen vom Busfahrer

Es war einmal ein Busfahrer, der hatte drei Hostessen.
Der Busfahrer war alt und schwach und oft müde. Die Hostessen waren jung und fröhlich und immer zu einem Schabernack aufgelegt. Nun kam es einmal, dass der alte Busfahrer so abgekämpft war von der Tage Arbeit, dass er sich ein paar Wochen erholen wollte. Er fuhr in die Berge, um sich zu pflegen, aber nicht ohne vorher den drei Hostessen einzuschärfen, dass sie nicht allzusehr über die Stränge schlagen sollten.
Doch kaum war er weg, da nutzten die Hostessen ihre Freiheit weidlich aus: Sie tanzten auf wilden Festen, pfiffen fremden Herren nach und vergaßen alles, was der Busfahrer ihnen gesagt hatte. Tagsüber lagen sie am Strand und ließen sich von heruntergekommenen Tagedieben allerlei Geschlechts die Hostessenrücken mit duftenden Essenzen einreiben. Nachts aber spottete ihr Zeitvertreib jeder Beschreibung.

Nach einigen Wochen fiel es ihnen siedend heiß ein: Sie hatten ja dem Busfahrer versprochen, auf sich aufzupassen! Und auf den alten Bus! Das war ihnen gründlich missraten. Gerade da geschah es, dass der Busfahrer nach Hause kam. Hastig brachten sie ihre Kleider in Ordnung, versteckten die fremden Herren in einem Gebüsch und taten so, als wienerten sie den Bus. Dem Busfahrer aber flunkerten sie vor, dass sie die ganze Zeit über nichts anderes getan hätten als ihrem Hostessentagewerk nachzugehen - das wäre: Buspassagiere herumführen und ihnen dabei Geschichten erzählen.
Der alte Busfahrer jedoch, der all das wohl bemerkt hatte, seufzte nur leise und machte sich daran, den Bus wieder in Ordnung zu bringen. Und wenn er nicht gestorben ist, dann dichtet er heute noch Ventilschäfte.

1 Kommentar:

  1. Das ist alles ÜBERHAUPT nicht wahr, eine Dichtung, eine Mär gar schier!
    Alles, aber auch alles haben wir getan um uns in Form und fit zu halten, während der feine Herr Busfahrer sich in südlichen Gefilden auf hielt, und Rehlein, Gemschen und den Zicken beim abendlichen Spiel zusah, sich sein Bäuchlein rieb (darin sich Köstliches aus Wald und Flur befand, schmackhaft zubereitet) und behaglich sein Pfeiflein schmauchte.
    Hingegen wir suchten, bis uns die Augen tränten, nach dem vermaledeiten Bus. Als wir ihn endlich fanden, achtlos in eine Ecke geworfen, setzen wir alles sowie die Kräfte einiger eilends herbeigerufener (und zugegebenermaßen attraktiven) Männer und Experten ein, um le büs wieder auf Vorderfrau zu bringen.
    Uns jetzt vorzuwerfen die Tage mit trögen Tändeleien & nutzlosen Nichtigkeiten verbracht zu haben, dies erschüttert mich doch sehr!
    Aber dennoch: Hoch lebe der Bus und sein Fahrer. Schön dass Ihr wieder da seid :-)

    Anonymous

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Schreib was nettes. Hm?