Sonntag, 30. September 2007

Sonntag: Trainspotting-Tag

Im Inventar lag plötzlich eine "Trainspotting-Bank". Absender: Funaria Moose.
Mensch!, haben wir gedacht, super! Endlich gemütlich sitzen beim Abpassen der Züge, wenn wir unsere bahnophilen Sonntagsspaziergänge machen. Beim ersten Rezzen der Bank stellten wir dann fest: Da saß schon einer drauf!

Erst waren wir irritiert, aber dann dachten wir: Umso besser! So allein auf der Bank, da wird man doch dauernd dumm angequatscht. Zumal wir schnell merkten, dass der Konstrukteur der Bank, Pavig Lok, uns offenbar einen erfahrenen Trainspotter zugesellt hatte: Die Notizen auf seinem Block zeugen von einer intensiven Beschäftigung mit unserem Hobby.

Inzwischen haben wir ein paar bezaubernde Stunden auf unserer Bank verbracht. Wir nehmen sie natürlich immer mit. Und unser ruhiger neuer Freund ist eine echte Bereicherung:
Nie redet er dazwischen, stellt keine blöden Fragen zu Blende und Belichtung - und hat immer ein leckeres Fläschchen unterm Hut!

Samstag, 29. September 2007

Pressespiegel (Leserrezensionen)

Mal wieder Platz Hunderttausend bei amazon - aber die Leserrezensionen machen Spaß! Vierzweidrittel Sterne (von max. 5) als Durchschnitt können sich sehen lassen.
Da steht zum Beispiel, der Reiseführer bereite "...auch einem alten Second Life-Bewohner wie mir vergnügliche Lesestunden".

In der nächsten Kritik wird das Buch gelobt für "...viele gute Vorschläge, wie man seine Zeit sinnvoll in dieser virtuellen Welt verbringen kann. Übersichtlich aufgebaut und knapp gefasst, ist er für Einsteiger in Second Life eine echte Hilfe." Die Leserin, Silke Schröder, hat bei amazon schon weit über 200 Rezensionen eingestellt (und platziert sie auch anderswo).

Ganz neu ist die Buchbesprechung über unseren "unverzichtbaren Ratgeber", die die Redaktion Media-Mania für amazon (und die eigene Website) geschrieben hat: "Es ist kein trockenes Sachbuch, sondern ein mit viel Humor gewürzter Leitfaden, den zu lesen einfach Spaß macht. Auch werden die Texte immer wieder durch Screenshots unterbrochen, die Lust auf Second Life machen. Und doch bleibt in diesem sonst so humorigen Buch Platz für kritische Töne..." Ganz nebenbei: Media-Mania hat die zweitmeisten Rezensionen überhaupt bei amazon stehen - über 2000! Und: nein, die haben nicht alle ebenfalls 5 Sterne dran...

Und was steht in der Zeitung, Makemea? Die FAZ hat die Lesung vom Donnerstag in ihren Veranstaltungskalender aufgenommen (Abt. Literatur)! Immerhin! Wenn sie jetzt noch einen Avatar zustande kriegen, dann kommen sie bestimmt auch mal vorbei!

Freitag, 28. September 2007

Pressespiegel (AvaStar)

"Sehr geehrter Herr Martynov!
Vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben, das mir zuständigkeitshalber zur Beantwortung weitergereicht wurde.
Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG hat Ihren Vorschlag zur Kenntnis genommen.
Leider ist es aufgrund von arbeits- und presserechtlichen Vorbehalten, sowie aus strategischen Erwägungen momentan nicht möglich, dass Sie die Gesamtredaktion sowie die komplette Autorenschaft unserer Second Life-Fachpublikation 'The Avastar' schon ab kommenden Freitag übernehmen.
Zu unserer Entlastung schicken wir Ihnen die eingesandten Texte in ausgedruckter Form (vier Leitzordner), sowie die 2 Gigabyte Fotos mit getrennter Post wieder zurück. Jedoch haben wir uns erlaubt, ein Interview mit Ihnen in der aktuellen Ausgabe (#41) abzudrucken. Sie finden es auf Seite 22!
Wir hoffen auf Ihr Verständnis und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute mit Ihrem lustigen Bus, hochachtungsvoll:

[Unleserlich]
Poststelle"

Donnerstag, 27. September 2007

Lesung: Heute!

Es hat schon wieder geklappt. Stabil und zuverlässig lief Second Life auch beim zweiten Leseabend, heute in der Rheinischen Fachhochschule auf Pixel Expo. Bernd Celt hatte eingeladen und knapp anderthalb Stunden Lesung und Diskussionen verliefen problem- und crashfrei (jedenfalls bei mir).

Vielen Dank allen, die da waren und mitgequatscht haben!
Und herzlichen Dank den jungen Damen, die mir ihre Fandevotionalien auf die Bühne geworfen haben und mich anschließend um Babys baten.
Weitere Anfragen nach Lesungen liegen schon vor. Wer es heute verpasst hat, kommt einfach nächstes mal, es wird hier rechtzeitig gemeldet werden.

Dieser Blog lässt sich übrigens einfach abonnieren oder bookmarken, damit man kein Posting verpasst. Nur so als Tipp...
[Danke Ann für die Bilder,
danke Hallogen für die Grieferwache auf dem Dach!]

[Nachtrag: Danke Blitz Buckler für die freundliche Erwähnung!]

Mittwoch, 26. September 2007

Writer's Style (3)

Diese Gastkolumne soll euch helfen, bessere Avatare zu werden. Das fängt früh an, möglichst am ersten Tag. Was habt ihr an eurem ersten Tag in SL gemacht? Jemand hat euch einen Freebieladen empfohlen und ihr seid da hin und habt euch die Taschen vollgestopft, stimmt’s?

„Ich will alles!“ ist auf Dauer die falsche Einstellung für Second Life. Setzt euch eine Obergrenze: Männer kommen normalerweise mit 500 Gegenständen (+ Fahrzeuge) hin. Frauen versuchen bitte, die Anzahl der Objekte im vierstelligen Bereich zu halten (40.000 ist nicht vierstellig).

Dass man Sachen aus dem Inventar auch löschen kann, habt ihr schon gemerkt? Gilt aber nur, wenn man danach auch den Papierkorb leert!
Die nächste Aufgabe ist: Spielt nicht mit allem gleichzeitig! Eine Eiswaffel in der Hand, während man tanzt, sieht nur ein bisschen dämlich aus. Eine Trillerpfeife zur Zigarette löst Unter-18-Verdacht aus.
Eine Kalaschnikowa über der Schulter, während man Bettwäsche ausprobiert, geht gar nicht!

Immerhin… der hier hat die Hände frei. Und den Mund scheint’s auch. Aber seine dritten Zähne um den Hals!

PS: Nein, das bin nicht ich auf dem Bild. Makemea steht eher auf IQ als auf MG's.

Dienstag, 25. September 2007

Lesung in der RFH am Donnerstag

Liebe Avatare, die heute nach Babysitter-Angeboten, WG-Zimmern oder Spanischnachhilfe suchen und sich dabei auf das Schwarze Brett vor der Rheinischen Fachhochschule auf Pixel Expo verlassen wollten!
Ihr habt leider Pech, ich hab alles zugehängt mit meinem wichtigen Werbeplakat. Bitte fummelt nicht an den Reißnägeln rum, das sind meine. Die sammel ich Freitag früh, nach der Lesung wieder ein.

Zur fernsehfreundlichen Lesezeit, um 18 Uhr, findet am Donnerstag die zweite Lesung aus "Mit dem Bus durch Second Life" in gewohnter Voice-Qualität statt. Und zwar im Hörsaal der RFH. Bitte reichlich erscheinen! Alle Besucher bekommen eine neulich aktualisierte Notecard mit den 101 wichigsten Reisezielen in Second Life, außerdem können (per Text- oder Voicechat) Fragen gestellt und Witze aus SL erzählt werden.

Die am selben Abend stattfindenden Lesungen von Judith Hermann (Bad Mergentheim), Susanne Fröhlich (Mainz), Monika Maron (Hamburg), Oliver Uschmann (Recklinghausen) und Arnold Stadler (Leipzig) kann man hinterher immer noch besuchen, weil sie alle erst nach 19.30 Uhr anfangen. Geschickt, was?

Montag, 24. September 2007

Ben & Jerry's in SL

Die Eiscreme-Insel von Ben & Jerry's dürfte wohl das Bunteste sein, was es zur Zeit in SL gibt. Sie krankt zwar an dem üblichen Firmenauftritt-Problem, dass kein Ansprechpartner da ist - aber hier kann man ausnahmsweise drüber weg sehen, weil die Insel einfach so opulent ist.
Wer nicht so recht weiß, wer Ben & Jerry sind: Zwei Typen, die vor 25 Jahren in New York angefangen haben, Eis zu verkaufen. Und damit inzwischen wirklich unheimlich erfolgreich sind. Die ersten Filialen machen mittlerweile auch in deutschen Großstädten auf.


Inzwischen kümmern sich Ben und Jerry anscheinend mehr um ihre Hobbys: Harley-Fahren und Gegen-Bush-Sein.
Avatare, die die Insel besuchen, können eine Art Fabrikbesichtigung machen, gratis Eis bekommen (Sorte: Pixel Pink) und an einem Wettbewerb im Muffins-Suchen teilnehmen.
Wie das geht, erklärt eine Tafel.
Was man gewinnen kann, ebenfalls.

Tipp für SL-Neulinge: Nebenan ist eine Orientierungsinsel aufgebaut, die bei den ersten Schritten helfen soll.

Sonntag, 23. September 2007

Suchmeldung

Wir unterbrechen die musikalische Berieselung im Bus für eine kurze Meldung zum Thema Suchen:
Wer auf diesem Blog ein bestimmtes Stichwort sucht, hat die Möglichkeit, oben links am Seitenrand dieses Wort im Suchfeld einzutippen und bekommt dann alle Treffer angezeigt, die unser Blogarchiv bietet.
Zusätzlich enthalten die meisten Blogeinträge am Textende so genannte Tags, also Themen-Stichworte. Die Liste dieser Worte ist rechts angebracht.
Was Sie bei uns nicht finden, finden Sie vielleicht bei der Suchmaschine secondlifeblogs.info, deren Betreiber uns mitgeteilt haben, dass wir jetzt dort gelistet sind. Zwar scheint es im Moment, dass bei komplizierteren Suchbegriffen noch mehr Werbung als Hilfreiches gefunden wird, aber wer Webtexte über Second Life sucht, findet dort möglicherweise auch interessante Seiten. Oder eben uns.
Und jetzt weiter mit Musik.

Sonntag: Trainspotting-Tag

Eine Rundfahrt mit der Einschienenbahn von Etopia bietet ein paar schöne Steigungen, einen Meerblick (immer rechts) und die Aussicht auf eine landschaftlich mittelreizvolle Insel (immer links).
Der vollautomatische Triebwagen orientiert sich stilistisch am Überraschungsei-Design - wir hätten wenig Grund, die Fahrt hier zu empfehlen, wenn es nicht zwei Besonderheiten gäbe:
Beispielhaft ist zum einen die Digitalanzeige an den Haltestellen, die die Wartezeit verkürzen hilft, indem sie sie schlicht anzeigt.
An anderen Bahnen wähnt man sich oft verloren und fragt sich nach ein bis zwei Tagen, ob überhaupt noch ein Zug kommt. Hier klappt alles pünktlich und man fühlt sich gut informiert.
Die Tickets im Chat-Stil sind außerdem hübsch!

Gerade heute lohnt sich eine Reise nach Etopia zusätzlich. Heute steigt nämlich hier ein sportliches Event, das in Second Life nicht an jeder Ecke geboten wird: Der SL-Biathlon!
Heute abend, ab 20 Uhr deutscher Zeit, wird zunächst geschwommen, anschließend Fahrrad gefahren (auf der Bahnstrecke) und zum Schluss läuft man eine Runde um die Insel. Der Anmeldeschluss für Teilnehmer war zwar schon, aber Zuschauer zum Anfeuern werden schließlich auch immer gebraucht!
Auf zum Biathlon!
Und keine blöden Kommentare von wegen "...könntet ihr euch ein Beispiel dran nehmen, an der Pünktlichkeit"!

Samstag, 22. September 2007

Nächster Halt: Artists Island

Der alte Bus als Party Shuttle! Wer hätte das gedacht!? Samstag abend ist Einweihungsfete bei ThinX, hier ist ein Stück aus der Einladungskarte:




Wie kommts?

Ganz einfach: Unsere treue Hostess Lore hat ihren Bildungsurlaub im Sommer gut genutzt und eine Qualifikation zur SL-Schmuckdesignerin draufgesetzt. Jetzt feiert sie ab und zu ihre Überstunden im eigenen Atelier ab und was sie produziert, kann sich sehen... und inzwischen auch kaufen lassen.

Ales Allen kennen aufmerksame Blogleser wegen seines unglaublichen Katamarans.


Jetzt ist der ebenso unglaubliche (im RL nie gebaute) Entwurf für das slowenische Parlamentsgebäude als SL-Version fertig zur Besichtigung! Ansonsten gibt es dieses Gebäude nur auf den slowenischen 10-Cent-Münzen.

Und den Rest der Einladung erlebt man dann einfach:

Heute abend, 21 Uhr auf Artists Island.

Freitag, 21. September 2007

Avatoni - die Rede

[Dies ist eine nicht autorisierte, unübersetzte Mitschrift der legendären Avatoni-Rede von Philip Rosedale bei der Pressekonferenz nach der letzten Mittwochs-Downtime mit Client-Update und einigen Beschwerden über Rausfliegen unter 1.18.2]

Es gibt im Moment in diese Second Life, oh, einige Avatare vergessen ihnen Pixel was sie sind. Ich lese nicht sehr viele Blogs, aber ich habe gehört viele Situationen. [...]
Ist klar diese Wörter, ist möglich verstehen was ich hab gesagt? Danke. [...]
Ich habe erklärt mit diese zwei Avatare. Nach Mittwoch brauchen vielleicht Halbzeit Ban. Ich habe auch andere SIMs gesehen in Europa nach diese Mittwoch. [...]
Ein CEO ist nicht ein Idiot!
Ein CEO sehen was passieren in Grid! In diese Grid es waren zwei, drei oder vier SIMs, die waren schwach wie eine Flasche leer!
Haben Sie gesehen Mittwoche, welche Avatare haben gespielt Mittwoch? Hat gespielt Hallogen oder gespielt Annapurna oder gespielt Rosedale? Diese Avatare beklagen mehr als spielen! [...]
Nusch!
Nusch ist neun Monate hier, hat geschrieben ein Buch, fliegt immer raus.
Was erlauben Nusch?
Letzte Monate Mentor geworden mit Celt... eh... Moose. Diese Avatare waren Avatare und waren Meister geworden. Fliegt immer raus. Hat gespielt zwei Jahre in diese Grid, in diese SIM. [...] Haben viel nette Kollegen, stellen Sie die Kollegen in Frage. Haben keinen Mut an Worten, aber ich weiß, was denken über diese Avatare.
Mussen zeigen jetzt: ich will! Samstag, diese Avatare mussen zeigen mich e seine Fans, mussen allein die Second Life drinbleiben!
Ich bin müde jetzt Vater diese Avatare, eh, verteidige immer diese Avatare!
Ich habe immer Schulde über diese Avatare.
Ich habe fertig!

[Bahnhof? Hier ist das Original...]

Donnerstag, 20. September 2007

Plus in Second Life

Billige Butter, Aktions-Fußmatten, Dosen ausm Karton - der erste deutsche Discounter eröffnet seine SL-Filiale auf "Kleine Preise Land".
Ob man sich dann umbenennt in PZLUS ("Prima Zweites Leben Und Sparen")? Wie groß wird der Kundenparkplatz sein? Kosten die Tüten was? Steht die Filialleiterin auch im virtuellen Markt hinter der Spiegelscheibe und taxiert mich? Kostet die Flasche Pennergeist unter 500 Linden? Bekommt Annapurna ihre heißgeliebten tiefgekühlten Pinguin-Nuggets?
Lauter Fragen, die sich ab Montag klären werden, wenn um 18 Uhr Kleine Preise Land (das übrigens ganz simpel "Plus" heißt) für die Kundschaft geöffnet wird.
Bereits vorher ist die Plus-Website mit einem Preisausschreiben erreichbar - wir empfehlen, dort nicht mitzumachen, damit der erste Preis (ein Notebook) in Zukunft der Second
Travel-Berichterstattung dienen kann. Sehr lustig sind aber die kleinen RL-Werbefilmchen, die die Agentur extra produziert hat. Und damit genug Reklame für heute - wehe die haben da kein Bücherregal mit wichtigen Reiseführern!

[UPDATE]
Inzwischen war die Eröffnung, die SLurl von oben ist benutzbar und Nuschi hat den kleinen Preisen mal ein bisschen die Insel gezeigt.
In den Bus zu steigen, haben sie sich nicht getraut, sonst hätten wir welche mitgebracht. Wir können uns also weiterhin mit Fug und Recht als Premium-Busmarke bezeichnen - unter 7.95 läuft bei uns mal gar nichts!

Die Hütten auf der Insel sind übrigens etwas eng. Wir empfehlen, die Kamera allein darin herumfliegen zu lassen, ansonsten hat man dauernd Wände auf dem Bildschirm und sonst nichts.

Mittwoch, 19. September 2007

Finden ohne Linden

Es ist an der Zeit, mit einem Vorurteil aufzuräumen, liebe Leser. Denken auch Sie, ohne Lindendollar im Beutel sei das Zweite Leben nicht lebenswert? Unsinn! Auch der mittellose Avatare kann mit einem gefüllten Wandschrank und gefälligem Erscheinungsbild glänzen. Das habe ich im Selbstversuch bewiesen!

Gestern verstaute ich all mein Hab und Gut im Inventar und machte mich ohne Linden und bar jeder Textilie auf den Weg zum Bus. Chauffeur Nuschi spendierte mir im Dienste der Wissenschaft ein Tagesticket - weigerte sich aber, mich mitzunehmen, bevor ich mir nicht gemäß Paragraph 18, Abschnitt 3 [Sittlichkeit & Frostschutz] der Reisebusbeförderungsverordnung eine Kleinigkeit überwarf.

Wie geplant, begann ich mein Experiment im Freebie-Laden The Free Dove und raffte dort so viele Gratis-Dessous zusammen, wie ich tragen konnte. Nebenher ergatterte ich noch ein Paar bequemer, roter Schuhe, drei Kartons mit neckischen Damenshirts, einen kaum benutzten Flexi-Rock und eine Kiste voller Bling, die ich leider im Bus vergaß (als ich sie heute morgen holen wollte, war sie nicht mehr da... Nuschi?).

Phase 2 meines Selbstversuchs führte mich in Sarah Nerd's Freebie Paradise. Dort schenkte man mir Ringelstrümpfe, so gut wie neu; eine Blümchenbluse, Größe XL; flatterndes Zweithaar in zehn Farben; einen tadellosen Stohhut; Gina, die sexy Damenhaut; erstklassige Schmetterlingsflügel; Troll-Ohren und eine Goldfisch-Handtasche, geschmackvoll und praktisch.

Als der Reisebus am Abend schließlich Station drei, Freebie Store B, verließ, stapelten sich auf den Sitzen 63 robuste Zimmerpflanzen; Lebensmittel für 12 Wochen; Schafe, Hühner und eine Riesenkrake; Lemminge, die bei ihrer Selbstzerstörung ein Sitzpolster in Brand steckten (entschuldigen Sie bitte die gestrige Verspätung!); drei Motoryachten; diverse Schlauch- und Segelboote; ein Kiste mit Waffen; ein BMX-Rad nebst Animation;
ein Schwein, das rosa Wölkchen ausdünstet und eine Villa mit Seeblick.

Inzwischen haben die Schafe die Pflanzen gefressen und die Krake die Schafe; das Schwein dünstet nicht mehr, weigert sich aber, die Villa zu verlassen; eine Yacht hat sich beim Ausladen zwischen den Sitzen verkeilt und dabei die Kiste mit Waffen entriegelt; die Lemminge fassten neuen Lebensmut und erschießen sich nun gegenseitig und Chauffeur Nuschi desinfiziert seit acht Stunden den Bus.

SL macht auch ohne Linden Spaß! - quod erat demonstrandum

Dienstag, 18. September 2007

Writer's Style (2)

Hi. Makemea Writer hier. Einige von euch haben sich über die erste Folge gefreut. Ich mach direkt weiter. Je schneller wir die wichtigsten Stilfragen durch haben, desto besser. Ihr werdet sehen, im ersten Jahr ist die Lernkurve steil, danach wird’s dann immer leichter.


„Beene bis zum Aasch!“ Mit dieser Faustregel sollte doch eigentlich jeder zurecht kommen. Es heißt nicht: „Beine bis zum Schlüsselbein“, weil solche Stelzen nicht aussehen!
Außerdem versinken beim Hinsetzen die Füße im Boden – und dafür hat man die teuren Schuhe ja wohl nicht gekauft.

Diese Gastkolumne ist da, um euch zu helfen. Also: SL-Mädchen, die sich ab und zu beim Shopping wundern, dass die Kleider und Röcke in dieser Saison alle so kurz ausfallen, sind herzlich eingeladen, folgendes auszuprobieren: im Appearance-Menü den Beinlängen-Regler ein Stück nach links schieben (links ist da, wo auf deiner Tastatur das A ist, Honey!).

Und schon rutscht das Arschgeweih wieder vom Nacken bis an eine Stelle, wo es eher hingehört – jedenfalls so lange, bis demnächst das Kapitel „Writer’s Style: Schrubb dein Tattoo weg. Jetzt.“ erscheint.

Wir kriegen das hin.

Pressespiegel (KStA / STZ)

Beinahe sind uns zwei Zeitungs-Erwähnungen durchgerutscht, weil sie im Netz nicht so einfach zu finden sind!
Der Kölner Stadtanzeiger hat sich schon vor drei Wochen über das Busbuch gefreut. Unter der Überschrift

Ein neuer Reiseführer zeigt die
aufregende Welt von Second Life

erklärt die Autorin, Katrin Voss, SL sei
"Neuland für viele Internet-Nutzer. Weshalb dies ein witziger, nützlicher Titel im Bücherherbst ist. Und ein Leitfaden - nicht nur für Einsteiger."
Wir freuen uns, wenn wir helfen können!


Heute nun schreibt auch die Stuttgarter Zeitung über SL ("Nur der digitale Doppelgänger muss in die Schule"). Schwerpunkte des Berichts sind dabei die Stuttgart-SIM (Link führt zu unserer dortigen Haltestelle...) und das Thema "Bildung in SL".
Und der offiziell empfohlene Reiseführer "mit allen wichtigen Informationen über Second Life" ist natürlich unser wackeres Handbuch für 7,95!

Montag, 17. September 2007

Mezquita

Vor einigen Tagen wurde angekündigt, dass in Second Life eine Insel eröffnet, Al Andalus, die streng nach islamischen Prinzipien geleitet wird. Seither diskutiert die SL-Gemeinde... soll man sowas gut finden? Vielleicht nur unter architektonischen Gesichtspunkten? Oder auch generell? Der Betreiber der beiden SIMs hat sich bei virtuallyblind schon umfänglich erklärt, er bezeichnet seine Region als "Kalifat".
Wir wollten eigentlich mal vorbeischauen, hatten auch vorsorglich schon die Hostessen so lange blickdicht verschleiert, bis sie sich selbst nicht mehr auseinander halten konnten - aber leider war kein Teleport möglich, Al Andalus schien gestern geschlossen zu haben. Wir werden es wieder probieren und hier demnächst berichten!

Wo wir aber nun schonmal unterwegs waren, haben wir den offiziellen Moscheetipp aus unserem Reiseführer (S.123) mal wieder aufgeschlagen und einen kurzen Trip nach Chebi eingelegt. Dort steht nämlich die Mezquita, eines der schönsten SL-Gebäude überhaupt.
Vor dem Rundgang sollte man sich an der Tür eine Notecard ziehen, die viele Informationen über die Moschee bietet (ja ja, im Real Life ist es keine Moschee! Hier aber schon).
Im Vorraum ist dann Gelegenheit, die Schuhe auszuziehen. Und zwischen den wunderbar gestalteten Säulen im Innenraum liegen schließlich Gebets- teppiche, auf denen sich die Avatare zum beten niederlassen können. Als wir wieder rauskamen, waren wir richtig ein bisschen feierlich.
Und der Tipp von der Mezquita-Notecard, im International House of Style passende Klamotten für solche Ausflüge zu besorgen, sorgte dann noch für einen langen Shopping-Ausflug.
Aber das ist eine andere Geschichte!

Sonntag, 16. September 2007

Sonntag: Trainspotting-Tag

Busfahrer lieben still gelegte Bahnlinien eigentlich. Immerhin schnappen ihnen die übersubventionierten, durchbürokratisierten, entmenschten Staatsbahnen keine Passagiere weg, wenn keine Züge verkehren.
Gleichwohl bemächtigt sich heute ein wehmütiges Gefühl meiner. Denn bei einem kleinen Rundflug über die hier in der Karte gezeigte Teilstrecke der alten SL Rail Road waren so hübsche Bahnhöfchen zu besichtigen - und sie standen so dermaßen verlassen in der Gegend herum -, es war traurig!

Eine der Geister- stationen findet der Bahnfreund auf Crenulate. Hier teilt sich die unbebahnte Strecke auf in ein totes und ein unbenutztes Gleis. Das Schalter- häuschen steht leer, Souvenirjäger haben die technischen Einrichtungen offenbar entfernt (z.B. die Fenstergriffe), lediglich ein Blick durch trübe Scheiben auf die Gleise bleibt.

Von der Gigantomanie der ursprünglichen Bahnpläne zeugt der Haltepunkt Tenera.
Auch hier: Bahn frei. Nein, tschuldigung: Bahnfrei. Wer zufällig über eine Draisine oder Taschen- Dampflok verfügt, kann sie hier auf die Gleise setzen. Gegenstände aufzustellen ist nämlich erlaubt.



Nächste Woche werden wir uns wieder mit lebendigeren Eisenbahnen beschäftigen. Es ist zu deprimierend so!
[Dank an Vita für die Adresse!]
Nachtrag: Wenigstens die automatischen Anzeigetafeln scheinen zu funktionieren:

Was tun in SL? (Folge 14)

Hach,
der gute, greise Busfahrer denkt immer noch ich liege unter dem Bus und dichte, derweil ich meine geliebten Comics lese... bis ich auf die Idee kam, selber zu zeichnen. Und hier das Ergebnis:



SL-URL: Grignano

Samstag, 15. September 2007

Writer's Style (1)

Dies ist eine Gastkolumne. Bitte erwartet hier nicht den üblichen, freundlich-verbindlichen Ton, den ihr sonst von Second Travel gewohnt seid. Hier geht es nicht um Sehenswürdigkeiten. Diese Kolumne handelt von Wegsehens-Würdigkeiten! Mein Name ist Makemea Writer. Ich bin hier, um euch zu einem besseren, schöneren Zweiten Leben zu verhelfen.



Die Geißel Gottes in SL heißt BLING. Auf Deutsch: blitzender Schmuck im Hiphopstil, oder kurz: Kirmesglitzer.
Im Real Life ist Bling nervig, aber glücklicherweise auf MTV und samstagabendliche Innenstädte beschränkt. Und auf Thomas Gottschalk. In Second Life sieht man Bling zu jeder Zeit an jeder Ecke. Und das ist das Problem.

Bling ist die Desiree Nick des Second Life: Von weitem und einmal im Monat auszuhalten, aber wehe du kommst näher ran.

Generell verbieten wollen wir Bling natürlich nicht! Eine anständige SL-Zahnspange muss ab und zu vorblitzen und auch ein kleiner Akzent auf einem Ring oder einer Damenpistole sind durchaus okay.

Nur: So! nicht, junger Mann. Wenn wir uns mit einem Lampengeschäft verabreden wollen, googeln wir uns eins. Wenn wir in SL unterwegs sind, wollen wir was anderes sehen als deine Lichteffekte. Du kannst ja hinterher ausnahmsweise beim Autofahren blinken, wenn du uns zuhause abgeliefert hast!

Wir kriegen das hin!

Freitag, 14. September 2007

Beam me up, Nuschi!

Jetzt, da Nuschi die halbe Zeit von seiner Fortbildung "Improvisiertes Schweißen mit Streichholz und Himbeerdrops" abgelenkt wird, kann ich Ihnen, liebe Leser, ja ein kleines Geheimnis anvertrauen.


Immer wenn mein Lieblingsbusfahrer mich auf TovaDok II absetzt, weil er denkt, ich würde meinen wöchentlichen Kurs "Kontemplatives Kieselzählen für Anfänger" besuchen, überfliege ich heimlich den Zaun zum Nachbargrundstück und fröne meiner dunklen Leidenschaft. Es ist mir ein bisschen peinlich, aber - ähem - ich bin ein Trekkie. Wenn Sie nicht wissen, worüber ich hier schreibe, folgen Sie mir einfach ins Star Trek Museum of Science. Sie finden mich bestimmt im Museumsgarten, wo ich kichernd vor den trefflichsten Nachbauten extra- und intraterrestrischer Raumschiffbesatzungen stehe, die das Zweite Leben zu bieten hat.


Erinnern Sie sich noch an die Star Trek Folge, als Tasha Yar von dieser hyper-intelligenten Öl-Lache... nein? Schade.

Aber vielleicht wollen Sie ja mal
ein Holodeck benutzen oder probieren, wie Romulanisches Ale schmeckt. Dann besorgen Sie sich doch einfach ein Busticket und lassen sich von Second Travel zum Museum chauffieren. Am besten, Sie fragen nach der Haltestelle mit den Kiesel-Kursen. Aber - psssst! - von mir haben Sie das nicht!

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... Und an Horta erinnern Sie sich auch nicht???

Donnerstag, 13. September 2007

Vom Griefing


„Damen, Herren, liebe Griefer!
Guten Abend!“, ja… so rief er.

Dann war plötzlich Sendeschluss:
Nuschi weg – und auch der Bus.

Jemand hat ihn abgelenkt

und dann blitzschnell tief versenkt.

„Potz Zement!“ und „Zeter, zeter“

Minus zwei Milliarden Meter!

Wie ich Nuschi schimpfen höre
(machen alle Busschofföre!),
denk ich: Ist ja nicht so schlimm,
so, ganz tief unter der SIM
kann er sich das mal besehn…
Teleport… das wird schon gehn…
Und es klappt: Der Avatar
wieder da – doch unsichtbar!

Man durfte erst ein Weilchen warten
und die Kiste noch mal starten.
Schön, das muss dann wohl so laufen,
wenn sich Kinder Scripte kaufen.
Aber nächstes Mal, das schwör ich,
zeig ich’s dem, und zwar gehörig!
„Sollt ich dich noch mal erblicken…“

…wirst du mich wohl wieder kicken!

Mittwoch, 12. September 2007

Tierschutz in SL (Folge 2): Bunte Mischung

SL beglückt uns Reisende immer wieder mit einer beeindruckenden Vielfalt an kreuchenden und fleuchenden Lebewesen. Damit meine ich ausnahmsweise nicht unsere pelzigen Freunde, die Furries. Ich spreche von den arglosen, hölzernen Tieren, die einst von behänden Erbauern zum Leben erweckt und dann gedankenlos im Pixel-Dschungel ausgesetzt wurden. Die Idylle trügt, liebe Leser!

Als ich neulich während einer Bustour dringend für kleine Avatare musste, war Busfahrer Nuschi so freundlich, kurz an einer Sandbox zu halten. Ich hüpfte hinter einen Hügel - und stieß auf ein Umweltdebakel erschreckenden Ausmaßes: das epidemische Zerbröseln des Rosa Riesenkrebses! Und der Crustacea Pixela ist nicht die einzige bemitleidenswerte Kreatur SLs.


Am Rande meiner vielen Bustouren entdeckte ich unter SLs Fauna Rinderwahn, Depressionen und gewissenlose Ausbeutung! (Falls Sie sich selber ein Bild davon machen wollen, wie verwerflich es ist, ausgebeutete Flug-Küken in eine Kanone zu stopfen: hier geht´s lang.)
Wenn Ihnen dies bereits zu Herzen ging, dann schauen Sie sich um Himmel willen nicht dieses Foto an! Der traurige Cygnini Atratus Lindae wird gemeinsam mit drolligen Leidensgenossen gegen ein Bündel Linden zur Adoption angeboten.


Wie schön, dass der naturverbundene Avatar dank Busunternehmen Second Travel immer wieder Orte entdeckt, an denen die Zweite Welt noch in Ordnung ist. Es geht doch nichts über einen gemütlichen Abend am Strand von State of Mind, dem Tummelplatz für verspielte Avatare, die gerne alles antatschen, was irgendwie nach Skripten riecht.


Falls Sie nach ihrer Ankunft beim Kopfsprung von der Garten-Terrasse hinunter zum Strand versehentlich im Tümpel landen, grüßen Sie bitte die Otter von mir. Und: nein, der musizierende Frosch wurde nicht ausgebeutet! Der wollte nur unauffällig Bikini-Gucken.